Berufsbild Hausarzt

Blutdruck einstellen und Grippe behandeln – so lautet nicht selten das Klischee des Hausarztes aus Sicht der Medizinstudenten oder des Spezialisten. Doch fragt man in der Bevölkerung oder erinnert sich selber an seine eigene Krankengeschichte, so zeigt sich bald, dass der Hausarzt diejenige Person ist „bei der ich alle Probleme, von Kopf bis Fuss, von Jugend bis Rentenalter, von körperlich über psychisch bis sozial, von akut bis chronisch, von beruflich bis privat, von präventiv über kurativ bis palliativ, alles besprechen kann und erste Hilfestellungen erhalte“. 

Anlaufstelle und Vermittler
Einerseits erfasst der Hausarzt als erste Anlaufstelle jegliche „Geschichten, die das Leben schreibt“ und wirkt als Triagestelle für Bereiche, die er nicht selber therapeutisch abdecken kann. Er wirkt in einem Versorgungsnetz sowohl als langfristiger Behandler, als auch als wichtige Schnittstelle zu ärztlichen Spezialisten, Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie, Ernährungsberatung, Chiropraktoren, Spitex, sowie Spitälern, Alters- und Pflegeheimen, Schulen, Arbeitgebern, Versicherern etc. Die Rolle als Coach im Dschungel des Gesundheitssystems wird sowohl von Patienten wie auch von ebengenannten Playern sehr geschätzt und gewinnt im Zuge der Komplexität und Fragmentierung der Medizin je länger je mehr an Wichtigkeit. Dass der Hausarzt im Idealfall ganze Familiensysteme über viele Jahre betreut, gibt ihm auch die Rolle einer engen Vertrauensperson, die über wichtige Informationen – nicht nur medizinischer Art - verfügt.
Weiter ist im Gegensatz zur stationären Medizin (Stichwort DRG) der Faktor „Zeit“ als diagnostisches und therapeutisches Instrument als wichtig zu werten: Sind die sogenannten „red flags“ ausgeschlossen, darf auch mal ein Spontanverlauf beobachtet werden bzw. stufenweise Diagnostik und Therapie angewandt werden.

Weiterbildungsmöglichkeiten
Um gut gewappnet  zu sein für all diese „Geschichten, die das Leben schreibt“, empfiehlt es sich, eine breit angelegte Weiterbildung zu absolvieren. Profunde Erfahrung sowohl im internistischen wie auch im allgemeinchirurgischen Bereich sind unabdingbar, weitere Einblicke z.B. in die Pädiatrie, HNO, Dermatologie, Rheumatologie, Radiologie oder Psychiatrie sehr hilfreich. Zudem sollte in der Bäckerei und nicht in der Autogarage das Backen erlernt werden, analog dazu empfiehlt es sich dringend, nebst der spitalärztlichen Tätigkeit eine hausärztliche Praxisassistenz zu absolvieren. Wer sich schon früh über sein Ziel im Klaren ist, kann seine Weiterbildung effizienter - sprich kürzer und effektvoller - gestalten. Einmal in der Hausarztpraxis installiert, können Schwerpunkte, Fähigkeitsprogramme und Kurse jeglicher Art den hausärztlichen Alltag bereichern (beispielsweise Akupunktur, Manuelle Medizin, Sonografie, Homöopathie, Chinesische Medizin, Psychosomatik, Phytotherapie, Neuraltherapie, medizinische Hypnose). Unter Basics und weiter unten erfahren Sie mehr dazu.
Auch der Standort sowie die Struktur der Hausarztpraxis wird das Patientenspektrum und somit das Tätigkeitsfeld beeinflussen (ländlich vs. städtisch, Nähe zu Spitälern, Gruppen- vs. Einzelpraxis).

Initiatoren

jhas swiss-young-internists SGAIM - Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin

Sagen Sie uns Ihre Meinung

Wie gefällt Ihnen myAIM?
Welche Inhalte fehlen aus Ihrer Sicht?
Haben Sie sonstige Verbesserungsvorschläge?

Teilen Sie uns Ihre Eindrücke, Wünsche und Ideen mit. Wir nehmen diese dankbar auf und prüfen, wie wir myAIM fortlaufend verbessern können.

Hier können Sie Ihre Kommentare hinterlegen.