Fähigkeitsprogramme

Mit dem Facharzt Allgemeine Innere Medizin hat man ein gutes Rüstwerk, um Patienten mit verschiedensten Krankheiten behandeln zu können. Trotzdem wünschen sich viele Ärzte, sich in einem Bereich weiterzubilden. Dies kann auch dem Standort der Praxis oder dem Bedürfnis der Bevölkerung angepasst sein. Eine Möglichkeit ist der Erwerb eines Fähigkeitsausweises. Seit Januar 2015 ist eine FMH-Mitgliedschaft nicht mehr Bedingung für den Erwerb eines Fähigkeitsausweises.

Die folgende Aufzählung dient einem ersten Einblick in die Möglichkeiten, wie das Tätigkeitsfeld des Generalisten weiter ausgebaut werden kann.

Dosisintensives Röntgen (KHM)

Wer konventionell das Abdomen, Achsenskelett und Becken in der Praxis röntgen möchte, benötigt dieses vom KHM verwaltete Fähigkeitsprogramm. Die Theorie bildet ein Strahlenschutzkurs mit Prüfung durch das BAG. Praktisch werden 50 Röntgenuntersuchungen gefordert.

Gastroskopie

Die vorgeschriebene Anzahl Gastroskopien (400, davon 20 mit endoskopischer Blutstillung) müssen innerhalb von 3 Jahren durchgeführt werden. Die Weiterbildung erfolgt durch einen Gastroenterologen oder eine Weiterbildungsstätte für Gastroenterologie.

Klinische Notfallmedizin

http://www.sgnor.ch/faehigkeitsausweise/fa-klinische-notfallmedizin-sgnor/

Die Weiterbildung dauert 18 Monate und erfolgt auf Notfallstationen. Zudem müssen zwei dieser drei Kurse  besucht werden: ACLS, ATLS, PALS. Mittels Logbuch werden die behandelten Patienten (mind. 75 mit höchster Priorität) gesammelt. Eine SGNOR-anerkannte Weiterbildung in Katastrophenmedizin und ein FAST-Kurs (Focused Assessment with Sonography for Trauma) runden die Weiterbidlung ab. Nach frühstens 12 Monaten kann an der schriftlichen und praktischen Prüfung teilgenommen werden.

Notarzt (SGNOR)

Für dieses Fähigkeitsprogramm muss der Kandidat von 3 klinischen Jahren mindestens 1 Jahr Allgemeine Innere Medizin, 1 Jahr Anästhesie, 3 Monate Notfallstation und 3 Monate Intensivmedizin vorweisen. Die Schweizerische Gesellschaft für Notfall- und Rettungsmedizin (SGNOR) bietet ausserdem Kurse an, die besucht werden müssen (Notarztkurs, ACLS, PALS). 50 Notarzt-Einsätze müssen unter Supervision geleistet und dokumentiert werden. Es gibt eine Prüfung.

Manuelle Medizin

Die Schweizerische Gesellschaft für Manuelle Medizin (SAMM) organisiert 8 sogenannte Module, wobei Modul 1-3 ein Grundlagenmodul sind, was auch interessierten Ärzten ohne Absichten auf ein Fähigkeitsprogramm gute Einblicke vermittelt. Es gibt eine Schlussprüfung. Die SAMM hat zusätzlich ein Konzeptpapier verfasst.

Praxislabor (KHM)

http://kollegium.ch/weiter_und_fortbildung/praxislabor.php

Inhaber dieses vom KHM verwalteten Fähigkeitsprogrammes sind berechtigt, Laboruntersuchungen im eigenen Labor durchzuführen. Dafür nötig ist ein 2-tägiger Kurs mit einem Self-Learning-Modul als Vorbereitung zu Hause. Wichtiger Tipp: Mitgliedschaften lohnen sich: Nicht-Mitglieder bezahlen CHF 2200.--, FMH-Mitglieder CHF 1350.-- und SGAM-/SGIM-/SGP-Mitglieder plus FMH-Mitglieder noch CHF 1100.--.

Psychosomatische und Psychosoziale Medizin (SAPPM)

Diese wertvolle Zusatzausbildung wird durch die Schweizerische Akademie für Psychosomatische und Psychosoziale Medizin (SAPPM) koordiniert. Nach einem Bewertungsraster werden Theorie, Fertigkeiten und Supervision im Aufwand von 360 Stunden erfasst. 

Sonografie

Kenntnisse in der Sonografie sind für den Facharzt AIM von grossem Nutzen. Wer genau weiss, was der Ultraschall vermag, stellt für die Untersuchung auch die richtige Indikation und kann mit den Resultaten und ggf. Limitationen umgehen. 
Die neue Generation von Ärzten kommt heute früher in Kontakt mit dem Ultraschall, zumal die sinkenden Gerätepreise auch deren Verfügbarkeit v.a. in Arztpraxen erhöhen. Auch im Dienst als Assistenzarzt ist man froh, wenn man einen Harnverhalt objektivieren oder sich beim akuten Abdomen einen sonografischen Überblick verschaffen kann.
Wer in der Schweiz sonografieren und dies gemäss Tarmed abrechnen möchte, braucht dazu ein absolviertes Fähigkeitsprogramm. Die Schweizerische Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (SGUM) verwaltet die Ausbildung und Akkreditierung der Sonografie. Für Kollegen aus dem Ausland  gibt es separate Informationen. Die SGUM publiziert auch eine Aufstellung von nützlichen Tipps und Tricks.
Das Fähigkeitsprogramm (Modul Abdomen) erhält, wer untenstehende Voraussetzungen erfüllt:

  • Nachweis eines Facharzttitels

  • Absolvierung eines Grund-, Aufbau- und Abschlusskurses (Anmeldung)

  • Führen eines Ausbildungspasses (bei der SGUM erhältlich)

  • 500 Sonografien (davon 400 Abdomen, 200 unter Supervision)

  • Summative Schlussevaluation durch die SGUM

Neben den Kenntnissen einer Abdomensonografie sind auch FAST und die Echokardiografie für Generalisten interessant.

Initiatoren

jhas swiss-young-internists SGAIM - Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin

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